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| Location: | Freising / Germany / View location on map ▾ Hide location on map ▴ | ||
| Start Date: | October | ||
| Educational Form: |
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| Education Variants: |
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| Languages: | English German | ||
Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ging unmittelbar nach der politischen Wende in Osteuropa davon aus, dass im Zusammenhang mit dem Transformationsprozess von der sozialistischen zur marktwirtschaftlichen Agrarwirtschaft ein immenser Bedarf an marktwirtschaftlich qualifizierten Agrarfachkräften entstehen wird und eine grundlegende Reform der landwirtschaftlichen Ausbildungs- und Beratungssysteme in den ehemals sozialistischen Ländern erfolgen muss. Der Aufbau einer ökonomisch effizienten und ökologisch nachhaltigen Agrarwirtschaft ist nur möglich, wenn eine ausreichende Anzahl entsprechend ausgebildeter Agrarmanager zur Verfügung steht, die als Führungskräfte in Ausbildung und Beratung aber auch in der Agrarforschung und Agrarverwaltung sowie in der Leitung agrarwirtschaftlicher Unternehmen tätig werden können und zur Entwicklung beitragen. Der Aufbaustudiengang „Internationaler Masterstudiengang Agrarmanagement“ (englisch: „Business Administration in Agriculture“, kurz MBA) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verfolgt das Ziel, vorwiegend ausländische Fach- und Führungskräfte in Deutschland anwendungsbezogen zu qualifizieren, den Aufbau entsprechender Ausbildungssysteme in Partnerländern zu unterstützen und damit zur Förderung der Entwicklung von leistungsfähigen und nachhaltigen Produktionssystemen in der Agrarwirtschaft und damit in den ländlichen Räumen beizutragen. Lag der Schwerpunkt in den ersten Jahren in der Fortbildung eindeutig bei Studierenden aus ehemaligen sozialistischen Ländern, so kommen in den letzten Jahren zunehmend mehr Hochschulabsolventen auch aus anderen Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Hochschule ist bestrebt, diese Entwicklung auszubauen und ist dabei, Kooperationen auch zu Hochschulen in Südamerika (Paraguay, Brasilien), Afrika (Kenia und Südafrika), im arabischen Raum (Syrien, Jordanien) und in China aufzubauen.
Zur Unterstützung des Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft begannen Hochschullehrer der FH Weihenstephan, Abt. Triesdorf, schon im Dezember 1989 damit, Fortbildungsseminare in marktwirtschaftlicher Betriebslehre für Vorsitzende von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und anderen Führungskräften der Agrarwirtschaft durchzuführen. Bereits 1990 wurde der einsemestrige Ergänzungsstudiengang Agrarmanagement in Zusammenarbeit mit den Universitäten Jena und Leipzig an der Universität Leipzig eingerichtet. Die große Nachfrage nach diesem Studiengang durch Hochschulabsolventen aus Mittel- und Osteuropa veranlasste die FH Weihenstephan an der Abteilung Triesdorf den deutschsprachigen "Internationalen Ergänzungsstudiengang Agrarmanagement" zum WS 1991/92 einzurichten und durch ein breiteres Fortbildungsangebot für ausländische Dozenten und Lehrkräfte im Bereich Agrarmanagement zu ergänzen. Das sehr anwendungsbezogene Postgraduiertenstudium wurde zunächst auf die besonderen Bedürfnisse der Länder zugeschnitten, die sich im Transformationsprozess von der Plan- zur Marktwirtschaft befanden und berücksichtigte die dortigen Gegebenheiten.
Das Studium in den meisten Partnerländern war und ist meist immer noch stark spezialisiert und beinhaltet nur in wenigen Fällen eine praktische Ausbildung. Dies führte bei den Hochschulabsolventen dazu, dass sie Probleme hatten die anwendungsbezogenen Lerninhalte zu verstehen und einzuordnen. Vorwiegend aus diesem Grund wurde ab 1993 ein praktisches Studiensemester als „Vorsemester“ zum Ergänzungsstudiengang jeweils von April bis September eingeführt. Die zukünftigen Studenten des Ergänzungsstudiengangs erhielten so die Möglichkeit, die betrieblichen Abläufe in einem landwirtschaftlichen Unternehmen aus eigener Anschauung kennen zu lernen und einen Gesamtüberblick zu gewinnen. Diese Praxisausbildung mit vier einwöchigen praxisbegleitenden Lehrveranstaltungen an der Hochschule bildete nicht nur ein wichtiges Fundament für das nachfolgende theoretische Studium, sondern förderte auch die Kompetenz in der deutschen Sprache. Überdies bot das Praktikum die Möglichkeit, die zukünftigen Studenten besser zu beurteilen. Dies wurde in den Folgejahren dazu genutzt, erheblich mehr Studenten zum Praktikum einzuladen als Studienplätze im anschließenden theoretischen Studium vorhanden waren und nur die Praktikanten mit den besten Beurteilungen zum Studium an der FH Weihenstephan zuzulassen.
Ab 1998 gab es erste Überlegungen zur Einrichtung eines Internationalen Masterstudiengangs Agrarmanagement. Die vom Fachbereich erarbeitete Studien- und Prüfungsordnung für den viersemestrigen Internationalen Masterstudiengang Agrarmanagement (Business Administration in Agriculture – MBA) wurde im SS 2000 dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Genehmigung vorgelegt und bereits zu Beginn des Wintersemesters 2000/2001 konnten die ersten Hochschulabsolventen, die bereits ein Praxissemester erfolgreich abgeleistet hatten, zum 2. Semester des Masterstudiums zugelassen werden und schließlich nach erfolgreichem Studium den akademischen Grad "Master of Business Administration" erhalten.
Die Konzeption, dass die Kursteilnehmer für das Studium Praxiserfahrungen benötigen und Lehrstoff mit praktischer Anwendung eng verknüpft sein müssen, wurde beim Masterstudium beibehalten. Durch Aufstockung der Studienzeit um ein Semester lassen sich wichtige Inhalte vertieft darstellen und den Kandidaten kann eine begrenzte Schwerpunktbildung eingeräumt werden. Die Abschluss- bzw. Masterarbeit muss nicht mehr zeitgleich mit den Vorlesungen konzipiert werden. Vielmehr steht für die Bearbeitung nun das gesamte und weitgehend vorlesungsfreie vierte Studiensemester (Wintersemester) zur Verfügung. Diese Änderungen haben nicht nur zu einem Qualitätsgewinn geführt, sondern eröffneten auch die Möglichkeit, die Masterarbeit an der heimatlichen Partnerhochschule anzufertigen.
Festgehalten wurde am Grundsatz, bei den Masterarbeiten Fragestellungen zu bevorzugen, die im Heimatland von besonderer praktischer Bedeutung sind und deren wissenschaftliche Bearbeitung einen Beitrag zur Entwicklung der heimischen Agrarwirtschaft leistet. Die in Übersicht 1,2,3,4 dargestellte Entwicklung der Studierendenzahlen zeigt, dass der Masterstudiengang sehr positiv aufgenommen wurde.
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